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Hüftschmerz - Ein Rückblick

Am Mittwoch Abend hatten die Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung des „Netzwerks der Orthopäden und Unfallchirurgen in Darmstadt“ die einmalige Chance, zwölf Experten ihre individuellen Hüft Schmerz Probleme vorzutragen. Allerdings vor Publikum, in aller Öffentlichkeit.

Auf der Bühne des vollen Vortragssaals im Haus der Geschichte gaben sich die Spezialisten abwechselnd das Mikro in die Hand. Sie betonten immer wieder, dass für jeden Patienten eine individuelle Lösung gefunden werden müsse.

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In ihrem kurzen Vorträgen stellten drei Ärzte  zunächst die Vor- und Nachteile von nicht-operativen  Verfahren und Hüftoperationen vor und zeigten dazu Aufnahmen aus dem OP-Saal. Thomas Schreyer bezeichnete den endoprothetischen Ersatz des Hüftgelenkes als die erfolgreichste  Operation in der Orthopädie und Unfallchirurgie. In Deutschland werde alle zwei Minuten ein Gelenkimplantat eingesetzt, pro Jahr sind es 210.000 Operationen. Die Zahlen seien auf hohem Niveau stabil.

Bei der Planung dieser nicht ganz problemlosen OP müssten viele Faktoren bedacht werden. Welche Prothesen verwendet werden, hänge vom Alter, vom Knochenzustand und von den Sportarten ab, die der Patient noch ausüben wolle. Bei Belastungsspitzen müsse die Prothese das zehnfache des normalen Körpergewichtes aushalten.

Schreyer verschwieg nicht, dass Infektionen oder Verletzungen von Nerven, Sehnen, Blutgefäßen und der Muskulatur Folgen des Eingriffes sein können. Auf die Abriebpartikel des kpnstlichen Hüftkopfes könnte der Körper eventuell mit Entzündungen reagieren. Nach sieben Tagen in der Klinik werde der Patient in die Reha entlassen. Er könne danach ein nahezu völlig normales Leben führen.

Die minimalinvasive Hüft-OP sei in den letzten zehn Jahren rasant weiterentwickelt worden, erklärte Philip Jessen. Er ging detailliert auf das Hüftgelenk-Impingement ein, eine mit Schmerzen verbundene Verengung des Hüftgelenkspaltes. Dieses "Anschlagsphänomen" komme bei 20 bis 40 Jahre alten Kampfsportlern oder Fußballern häufiger vor, vor allem bei jenen, die solche Stop-and-Go-Sportarten schon während ihrer Wachstumsphase ausgeübt hatten. Bei dem Eingriff unter Röntgenkontrolle, für den nur zwei bis vier kleine Schnitte notwendig sind, wird die Gelenkblockade mit einer Fräse beseitigt.

Das Gewicht reduzieren und mehr Bewegung

Unter bestimmten Voraussetzungen können Hüftschmerzen aber auch ohne Operation mit einer Stufentherapie zum Abklingen gebracht werden, wie Christoph Rau ausführte. Dazu ist eine Änderung der Lebensgewohnheiten notwendig: eine Gewichtsreduktion, die zur Gelenkentlastung beiträgt, mehr Bewegung, weil Beegungsmangel Gift für die Gelenke ist, Elektroß und Magnetfeldtherapie und Krankengymnastik. Eine Eigenblut-Therapie könne die Regenerationsprozesse des Körpers optimieren.

Die drei Kurzvorträge boten den Einstieg in eine gut einstündige Diskussion, bei der die Ärzte hielten, was sie versprochen hatten: "Keine Frage bleibt unbeantwortet". Und ganz nebenbei erfuhr das Publikum noch, wer den Knochenzement erfunden hat: Es war die Darmstädter Firma Röhm.
Bericht von Petra Neumann-Prystaj, Darmstädter Echo

 

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